Aktuelles / Notizen

13.05.2026

Luzerner Costa Rica Treffen


Stadtrundgang am 7. Mai 2026

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Unsere flotte 12 er Reisegruppe Costa Rica 2026 hat sich mit unserer engagierten, hochkompetenten Reiseleiterin Jutta Sandner in Luzern als Fähnlein der 13 Aufrechten zur Reunion getroffen. In der sehr interessanten Leuchtenstadt durften wir eine persönliche Führung  von Jutta geniessen und zusammen ein Nachtessen im altehrwürdigen Restaurant Weisses Kreuz. HERZLICHEN DANK! 

Der Start war beim eindrücklichen KKL am See, wo sie uns in die Baugeschichte rund um Architekt Jean Nouvel einführte und die Geheimnisse rund um die Akkustik im grossen Konzertsaal „Salle Blanche“ lüftete. Hier habe ich einmal den amerikanischen Jazzpianisten Keith Jarrett (Ja, der mit dem Köln Concert) live in einem Solokonzert am grossen Steinway D Konzertflügel erleben dürfen. Damals war ECM mit Manfred Eicher vor Ort und ich warte eigentlich auf die Veröffentlichung des LUCERNE CONCERT des Ausnahmepianisten, der leider aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht mehr konzertant spielen kann.  

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Zur Akkustik: Der New Yorker Russel Johnson (1924-2007) galt als führender Akustiker überhaupt. Trotzdem war das KKL Luzern für ihn ein Meilenstein, in welchem er sämtliche Errungenschaften seiner Arbeit zusammenfassen konnte. So erhält der Konzertsaal die optimale Akustik durch das Verhältnis von Raumhöhe, Breite und Länge von 1:1:2. Weiter brechen die 24'000 quadratischen Gips-Reliefs die Schallreflexion auf, multiplizieren sie und verteilen sie in alle Richtungen. Die Echokammern geben die Möglichkeit, das Saalvolumen von 19'000m3 um 6'000m3 zu vergrössern, und damit den Klang zu variieren. Ein weiteres akustisches Element ist das Canopy, welches sich über der Bühne befindet und als Schallreflektor dient. So hören sich Musiker:innen ohne Klangverzögerung. Im Konzertsaal herrscht ausserdem absolute Stille. Der Geräuschpegel liegt bei 18 Dezibel, was für das menschliche Ohr nicht hörbar ist. Diese Eigenschaft ermöglicht eine Wahrnehmung der Musik in ihrer gesamten Dynamik - vom tiefsten Pianissimo bis zum ohrenbetäubenden Fortissimo. 

In der Jesuitenkirche läuft gerade ein Gottesdienst mit einer Musikgruppe aus Paraguay. Die eindrückliche Kirche im „portugiesischen“ Stil wurde 1666-1677 von den Jesuiten als Ordenskirche erbaut und 1756-1757 durch einen westlich gelegenen Flügel mit dem Kollegium verbunden. Als erste grosse Barockkirche der Schweiz wirkte sie inspirierend und wegleitend. Wegen ihrer hervorragenden Ausstattung gehört sie zu den bedeutenden Werken barocker Sakralarchitektur. 1949 wurde der östlich an die Kirche angrenzende spätgotische «Freienhof» abgebrochen. 1978 erstellte man in Anlehnung an die Originalpläne den Vorplatz. Restauriert wurde die Jesuitenkirche von 1957-1958 und 1974-1980. 

Witzig sind auch die sehr schönen, farbigen Läden in der Altstadt, die auf der Innenseite Spiegel aufweisen. Dies als cleverer Trick gedacht, damit mehr Licht in die eher dunkeln Altstadthäuser gelangen möge.  

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Der Vierwaldstättersee wirkt als riesiges Rückhaltebecken für die aus den Flüssen Reuss, Muota, Engelbergeraa und Sarneraa zufliessenden Wassermassen und vermindert damit die Gefahr von Überschwemmungen in den unterliegenden Gebieten.Das hydrologische Einzugsgebiet umfasst 2'240 km2 (inkl. Seefläche). Bei einem Zufluss von 1 Mio. m3 Wasser steigt der Seepegel lediglich um ca. 1 cm. 

Beeindruckend ist das simple Abflusswehr am Ausgang des Vierwaldstättersees in die Reuss. Dieses funktioniert eigentlich nach dem Prinzip „Historische Technik - moderne Seeregulierung“. Die Reusswehranlage ist ein Gemeinschaftswerk der Uferkantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden. Für die Seeregulierung ist der Kanton Luzern zuständig. Dieser hat den Betrieb und die Instandhaltung der Anlage an die Stadt Luzern delegiert. Das Wehrreglement berücksichtigt verschiedene Interessen: 

Es gibt ausgedehnte Naturschutzgebiete entlang der Seeufer, die zeitweise auf hohe Seepegel zur Speisung der Feuchtgebiete angewiesen sind.
Zur Vermeidung von Überschwemmungen in den seenahen Gebieten soll der Schadenpegel von 434.45 m ü. M. nicht überschritten werden.
Im Interesse der Schifffahrt soll der minimale Seepegel nicht unter 433.25 m ü. M. fallen.  

Die Reusswehranlage wurde 1859 bis 1861 erbaut und 2009 bis 2011 instand gesetzt und ausgebaut. Die Grobregulierung erfolgt an den beiden Nadelwehren. Am Seitenwehr (neben dem Kraftwerk) werden kleinere Abflusskorrekturen automatisch über die hydraulisch angetriebene Stahlklappe ausgeführt. 

Doch der eigentliche Clou ist das Stirnnadelwehr! Das quer zur Flussrichtung verlaufende Stirnnadelwehr wird nach seinem Erfinder auch als Poirée-Wehr bezeichnet und gilt weltweit als einzigartige Konstruktion. Das Öffnen und Schliessen mit den 3.50 m langen und bis zu 40 kg schweren Wehrnadeln erfolgt von Hand. Das Wehr ist in seiner Konstruktion, Funktion und Bedienung seit 1861 weitgehend unverändert. 

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Die Wehrnadeln sind unten auf dem Betonfundament und oben auf dem Arbeitssteg abgestützt. Die Stahlböcke tragen den Arbeitssteg und leiten die Kräfte aus dem Wasserdruck ins Fundament ab. Die Stahlböcke sind gelenkig mit dem Fundament verbunden und lassen sich darauf abkippen. 

Geschlossener Wehrabschnitt: Die Maximale Stauhöhe liegt ca. 3 m über der Flusssohle. Beim Schliessen werden die Stahlböcke mit Hilfe des Kettenzuges aufgerichtet. Danach erfolgt der Einbau des Arbeitssteges und der Wehrnadeln.
Offener Wehrabschnitt: Beim Öffnen werden der Arbeitssteg und die Wehrnadeln von Hand entfernt und die Stahlböcke mit Hilfe des Kettenzuges auf das Fundament abgekippt. Das Wasser kann danach ungehindert abfliessen.
Längsnadelwehr: Das in der Flussmitte vom Trennpfeiler bis zur Spreuerbrücke verlaufende Längsnadelwehr wurde beim Ausbau von 2009 bis 2011 erneuert. Ein auf Schienen verschiebbares Nadelsetzgerät erleichtert das Öffnen und Schliessen des Längswehrs. Die Wehrnadeln werden auf Rollwagen zu- und wegtransportiert. 

Auf zum Nachtessen! Das Hotel Restaurant Weisses Kreuz mit über 500 Jahren Geschichte bis ins Mittelalter zurück weist sich über eine feine italienische Karte aus, wo jede / jeder unserer Gruppe das Passende fand. Das Weisse Kreuz  als das älteste noch existierende Wirtshaus der Stadt, das seinen Namen seit Anbeginn behalten hat, hat seit 1742 das Privileg, Gäste aus aller Welt zu bewirten. Übernachtet haben wir im schönen und ideal am Rand der Altstadt gelegenen Hotel Drei Könige. 

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